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Essen und Trinken mit Stoma - damit Sie auf nichts verzichten müssen.

Mit allen Sinnen genießen – einen besseren Antrieb zum Leben und damit auch zur Genesung gibt es wohl kaum. Und weil Genuss und Essen unweigerlich zusammengehören, haben wir einige Ernährungs-Tipps und Ratschläge für Sie, wie Ihnen die Lust am Essen auch mit Stoma erhalten bleibt.

Grundsätzlich gibt es nach einer Stoma-Operation keine Einschränkungen, Ernährungs-Regeln oder Diäten - Sie dürfen alles Essen, worauf Sie Appetit haben. Ausnahmen sind lediglich Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Erkrankungen wie z.B. Diabetes, die schon vor der OP bestanden haben, oder wenn größere Teile des Dünndarms entfernt wurden.

 

Sinnvolle Ernährung… von Anfang an!

Vor wie nach der Operation gibt es natürlich Speisen, die besser verträglich bzw. leichter verdaulich sind als andere. Hören Sie deshalb von Anfang an auf Ihren Körper und essen Sie, was Ihnen guttut. Die Erfahrung hat gezeigt: umso schneller Sie nach der Stoma-Anlage wieder „richtiges“ Essen zu sich nehmen, desto schneller kommt Ihre Verdauung wieder in Gang.

In den ersten 2-4 Wochen können Sie mit leicht verdaulichen Speisen den Genesungsprozess unterstützen. Sollten Sie unter Blähungen leiden, achten Sie darauf, weniger auf einmal und dafür häufiger zu essen. Besonders wichtig ist es aber, genug zu trinken und gründlich zu kauen, um Ihre Verdauung zu unterstützen.

Versuchen Sie, sich ausgewogen zu ernähren. Eventuell hilft Ihnen die Zugabe von Nahrungsergänzungsmitteln (z.B. Mineralstoffe, Proteine oder Vitamine), um Ihren Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen. In der Regel arbeitet Ihr Darm nach ungefähr 3 Monaten wieder ganz normal.

 

Diäten & Unverträglichkeiten

Jedes Lebensmittel hat Auswirkungen auf die Beschaffenheit unserer Ausscheidungen. Jeder Mensch ist anders und so finden Sie es vielleicht hilfreich, gerade am Anfang ein Ernährungs-Tagebuch zu führen, um sich über die individuelle Wirkung und Verträglichkeit von Speisen und Getränken bewusst zu werden.

Obst und Gemüse ist häufig sehr faserreich, was zu Verstopfungen führen kann. Wenn gründliches Kauen nicht ausreicht, können Sie z.B. auf die Schalen verzichten (z.B. Äpfel und Kartoffeln schälen), das Gemüse kochen bzw. als Suppen zubereiten und Obst in Form von Smoothies (püriertes Obst) zu sich nehmen.

Nehmen Sie sich Zeit und hören Sie auf die Signale Ihres Körpers, um herauszufinden, was Ihnen guttut und was nicht. Experimentieren Sie und streichen Sie erst bei wiederholten Problemen mit einem Nahrungsmittel dieses von Ihrem Speiseplan. So finden Sie zu einer ausgewogenen, gesunden, vollwertigen und leckeren Ernährung.

 

Genuss ohne Reue – Schnelle Hilfe…

… bei Blähungen: Fenchel-, Kümmel- oder Anistee lindern die Beschwerden, ebenso Kümmelöl, Heidelbeer- und Preiselbeersaft. Versuchen Sie außerdem, langsam zu essen und dabei möglichst wenig Luft zu schlucken.

… bei Verstopfung: Erhöhen Sie die Trinkmenge und essen Sie regelmäßig: am besten zu festen Zeiten und gleichmäßig über den Tag verteilt (bis zu 8 kleine Portionen). Besonders hilfreich wirken auch Lebensmittel wie z.B. Müsli, Frisch- oder Trockenobst, rohes Gemüse, Blattsalate, Fleischbrühe, Kaffee, Milch- und Vollkornprodukte.

… bei Durchfall: Pektin- oder stärkehaltige Nahrungsmittel können den Stuhl eindicken, z.B. Heidelbeeren, fein geriebener Apfel, Teigwaren, geschälter Reis, Kartoffeln, trockenes Brot, Zwieback oder 1-2 EL Weizenkleie. Auf keinen Fall sollten Sie die Trinkmenge reduzieren!

 

Getränke-Tipps für Stomaträger

Wasser ist lebenswichtig und gerade als Stomaträger sollten Sie darauf achten, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um Harnwegsinfektionen und der Bildung von Nierensteinen vorzubeugen. Anzeichen, dass Sie zu wenig getrunken haben, sind unter anderem Verstopfung, Kopfschmerzen, Benommenheit, Konzentrationsprobleme und Kreislaufstörungen.

  • Trinken Sie deshalb mindestens 1,5 – 2 Liter täglich, am besten geeignet sind Wasser, Kräuter- oder Früchtetee, eventuell Kraftbrühe oder Saft.
  • Fruchtsäfte und Fruchtsaftkonzentrat sind mit Wasser verdünnt besser verträglich.
  • Auf den Genuss von Kaffee und Alkohol müssen Sie nicht verzichten, doch auch hier sollten Sie aufmerksam auf die Reaktion Ihres Körpers achten. Alkohol kann außerdem einen Flüssigkeitsmangel begünstigen. Achten Sie deshalb darauf, genug Wasser zu trinken.
  • Kohlensäurehaltige Getränke führen häufig zu Blähungen, mit Bier kann der Stuhl flüssiger werden.

 

Im Restaurant oder bei Freunden… Unsere Tipps, wenn Sie Essen gehen!

Am Anfang erscheint es Ihnen vielleicht unmöglich, jemals wieder auswärts essen zu gehen. Sie werden sehen, Sie können sich wunderbar darauf vorbereiten und müssen keinesfalls auf den Genuss oder die Freude, mit Freunden und der Familie auswärts zu essen, verzichten.

  • Wählen Sie das Lokal bewusst aus. Die meisten Restaurants stellen inzwischen ihre Speisekarten online zur Verfügung, so dass Sie sich bereits vorab informieren können, wo Sie geeignete Speisen finden, die Sie auch vertragen.
  • Zögern Sie nicht, nach den Zutaten der Gerichte zu fragen. Heute haben viele Menschen Nahrungsmittelunverträglichkeiten, so dass dies nicht weiter auffallen wird. Meist können Sie dann bestimmte Lebensmittel einfach abbestellen oder z.B. gegen andere Beilagen tauschen.
  • Vermeiden Sie Alkohol und Lebensmittel, die bei Ihnen eine blähende oder fördernde Wirkung haben.
  • Packen Sie für den Fall der Fälle eine Wechsel-Versorgung sowie Wechsel-Kleidung ein. Damit sind Sie bestens vorbereitet und können den Abend selbstbewusst und sorgenfrei genießen.

 

Nahrung und ihre Nebenwirkungen – auch auf die Stoma-Versorgung

1. Der Beutel bläht sich auf

Dies passiert, wenn sich Gase im Stoma-Beutel sammeln. Die Ursache dafür sind Blähungen, die meist durch bestimmte Lebensmittel und Getränke verursacht werden (z.B. Nüsse, Hülsenfrüchte, Kohlgemüse, Lauch, Zwiebeln, frisches Brot, kohlensäurehaltige Getränke und Schaumweine).

Um das Aufblähen des Beutels zu vermeiden, sind in den Beutel Aktivkohlefilter eingearbeitet, durch welche die Darmgase geruchsfrei entweichen können. Dies funktioniert jedoch nicht mehr, wenn der Filter feucht wird, die Filterkapazität erreicht oder der Filter mit Ausscheidungen verstopft ist. In diesem Fall sollten Sie den Beutel wechseln oder der Beutel auf der Toilette entlüftet werden.2.

2. Die Beutelfolie klebt zusammen

Manchmal kleben die beiden Seiten des Beutels so fest zusammen, dass der Stuhlgang nicht in den Beutel fallen kann. Das führt dazu, dass eventuell der Filter verstopft oder der Beutel vom Bauch gedrückt wird. Um dies zu verhindern können Sie vor dem Anbringen der Versorgung in den Beutel pusten oder mit einem Wattestäbchen etwas Öl an die Innenseite des Beutels streichen, damit der Stuhlgang besser in den Beutel fallen kann.

3. Verstopfung

Wenn Sie faserhaltige Nahrung z.B. Zitrusfrüchte, Spargel, Pilze, Ananas, Nüsse, harte Obstschalen und -kerne zu sich nehmen und nicht ausreichend kauen, kann es sein, dass diese Speisen die Darmpassage blockieren und Sie eine Verstopfung bekommen. Dann fühlen sich Ihr Bauch und der Stoma-Beutel geschwollen an; Krämpfe, Schmerzen und wässriger Stuhl sind die Folge. In diesem Fall wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Stoma Fachkraft oder gehen in die Notaufnahme.

4. Durchfall

Jeder Mensch bekommt hin und wieder Durchfall, wenn wir z.B. Essen nicht vertragen. Grundsätzlich besteht auch für Sie als Stomaträger kein Grund zur Sorge. Wenn der Stuhlgang jedoch über längere Zeit sehr flüssig ist, besteht die Gefahr, dass Sie zu viel Flüssigkeit verlieren. In diesem Fall sollten Sie Ihre Stoma Fachkraft oder einen Arzt kontaktieren.

 

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Bitte beachten Sie, dass wir Ihnen gerne unsere Erfahrungen und Tipps weitergeben, Sie Ihren Speisplan nach der Stomaanlage jedoch auch mit einem medizinischen Ansprechpartner abstimmen sollten.

Weitere Hinweise -  speziell für Ihre Art von Stoma - finden Sie unter den entsprechenden Links.

 

 

     



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