me+Logo_361_withTrademark.png Antwort

Nach der Operation werden Sie normalerweise bald wieder alles essen können, worauf Sie Appetit haben – sofern Ihr Arzt keine spezielle Diät für erforderlich hält.

Vergessen Sie dabei jedoch nicht, dass der Dünndarm sehr eng ist und durch ballaststoffreiche und faserhaltige Nahrungsmittel unter Umständen blockiert werden kann – insbesondere während der ersten sechs bis acht Wochen nach der Operation. Wenn es bei Ihnen zu Krämpfen, Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen kommt, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Arzt oder Stomatherapeut.

Hilfreich sind in den ersten 3 - 6 Monaten quellende Nahrungsmittel, um den Stuhlgang ein wenig zu regulieren, bis sich Ihr Körper umgewöhnt hat.

Je weniger Darm vorhanden ist, desto "früher" verlässt der Darminhalt wieder unseren Körper. Dies wirkt sich auf die Nährstoffaufnahme aus, da diese unter Umständen nicht schnell genug ins Blut aufgenommen werden können. Gleichzeitig fördert ein Ileostoma eher einen wasserreichen, flüssigen und häufig aggressiven Stuhlgang. Sie sollten also Ihre Trinkmenge erhöhen, um den Wasserhaushalt in Balance zu bringen.

In den ersten 6-12 Monaten nach der OP muss Ihr Darm also erst lernen, Nährstoffe und Flüssigkeiten entsprechend der neuen Situation richtig zu verwerten. Sie haben nun einen erhöhten Bedarf an Vitamin B12 und müssen aktiv dafür sorgen, dass Ihr Körper ausreichend mit den fettlösliche Vitamine A, D, E und K versorgt wird.

Zusätzlich haben Sie durch den erhöhten Flüssigkeitsverlust einen höheren Bedarf an Mineralstoffen und Elektrolyten (Kochsalz). All dies können Sie jedoch durch Ihre Ernährung ausgleichen.

 

 

Hier einige einfache Tipps, um Probleme zu vermeiden:

  • Kauen Sie Ihr Essen gut und nehmen Sie lieber mehrere kleine Mahlzeiten zu sich.
  • Trinken Sie viel Wasser / Flüssigkeit – mindestens 2-3 Liter täglich, so dass Ihr Urin hellgelb ist und neutral riecht.
  • Achten Sie auf Ihren Elektrolythaushalt (Mineralstoffe, Kalium, Magnesium etc.) und behalten Sie die Vitamin-Aufnahme im Auge.
  • Symptome für Austrocknung: Kopfschmerzen, Müdigkeit, konzentrierter dunkler Urin, trockene Schleimheute, Kreislaufstörungen, Benommenheit, Konzentrationsschwäche.
  • Nicht zu empfehlen sind Alkohol, zucker- oder kohlensäurehaltige sowie kalte Getränke.
  • Bei Durchfall können fein geriebener Apfel, Reis, Banane, Weizenkleie sowie Flohsamenschalen helfen (der wichtige Wirkstoff dabei: Pektin).
  • Stopfend wirken außerdem Backwaren z.B. Zwieback, Kartoffeln, Haferflocken sowie schwarzer Tee, Schokolade und Quark.
  • Abführend wirkt fette und scharfe Speisen, frisches Obst, Gewürze, Kaffee, Alkohol, Fruchtsäfte, Sauerkraut und zuckerhaltiges.
  • Faserreiche, hartschalige oder grobe Lebensmittel können sich vor dem Stoma sammeln und es verstopfen. Folgende Tricks helfen, um Blockaden zu vermeiden:

 

Kategorie

Beispiel

Tipp

Faserige

Nahrungsmittel

- faserreiche Kohlsorten z.B. Weiß- und Rotkohl, Rosenkohl, Spargel, Pilze etc.

- Zitrusfrüchte z.B. Orangen, Ananas, Mandarinen

- Feigen, Datteln, Trockenobst

- Faseriges oder zähes Fleisch

1. Faserige Nahrungsmittel gut kauen und die Fasern quer schneiden (z.B. Salat).

2. Genießen Sie Gemüse z.B. lieber als Suppe.

Grobe

Nahrungsmittel

- ganze Nüsse, Samen z.B. Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Getreidekörner

- grobes Vollkornbrot, Müsli

- Kerngehäuse z.B. von Äpfeln

1. Wählen Sie Vollkornbrot mit gemahlenen Körnern.

2. Verwenden Sie gemahlene Nüsse oder cremiges Nussmus statt ganzer Nüsse.

Feste Obst-, Gemüse- und Samenschalen

- Tomaten-, Kartoffel- und Paprikaschalen

- ganze Maiskörner, Popcorn, Kokosnuss

Genießen Sie z.B. Tomaten & Trauben lieber ohne Schale.

 

Denken Sie daran, dass jeder Mensch anders auf bestimmte Nahrungsmittel reagiert und dass Einschränkungen bzw. Vorsichtsmaßnahmen bei der Ernährung möglicherweise nur vorübergehend erforderlich sind.

 

Unsere Top-Tipps, um die Verdauung zu fördern:

  1. Essen Sie langsam und kauen Sie gründlich – so kann der Speichel seine Wirkung am besten entfalten.
  2. Vermeiden Sie es, beim Essen durch Reden zu viel Luft zu schlucken.
  3. Essen Sie lieber mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt. So hat der Darm weniger Stress.
  4. Versuchen Sie, regelmäßig zu Essen – dies begünstigt die Darmtätigkeit.
  5. Essen Sie nicht kurz vor dem Schlafengehen, damit Sie nachts ruhig schlafen können.

 

 

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Die Cookies auf diesen Seiten werden ausschließlich für Traffic-Statistiken und zur Optimierung der Seiteninhalte genutzt. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu den Cookies erhalten Sie in unserer Cookie Anleitung.

Erfahren Sie mehr: Cookie Richtlinien

Umb-Web02