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Wissenswertes und Tipps zum Hygienischen Verbandwechsel​ | September 2021

Die Basis für eine erfolgreiche Wundbehandlung und eine Steigerung der Lebensqualität Ihrer Patienten

Inhalt:

  1. Ziele des Verbandwechsels
  2. Die richtige Reihenfolge der Wunden (nach Infektionsgrad) ist entscheidend
  3. Grundlegende Hygienemaßnahmen
  4. Was bedeutet „Steriles Vorgehen“ und warum ist dies so wichtig?
  5. Wie oft muss man einen Verband wechseln?
  6. Der ambulante Verbandwechsel: Vorbereitung, Durchführung & Nachbereitung
Hygienischer Verbandswechsel

Ziele des Verbandwechsels

Neben der Erneuerung des Verbandes kann ein Verbandwechsel genutzt werden, um die Wunde zu kontrollieren, sie zu beurteilen und ggfs. die Therapie an an den Wundstatus anzupassen. Wichtig ist hierbei einen hygienischen Verbandwechsel durchzuführen, um eine Einschleppung von Keimen und Bakterien zu verhindern und Infektionen entgegenzuwirken. Ein hygienischer und möglichst schmerzarmer Verbandwechsel hat eine direkte Auswirkung auf die Lebensqualität und Adhärenz des Patienten.

Die richtige Reihenfolge der Wunden (nach Infektionsgrad) ist entscheidend

Die Versorgung von Wunden gehört - sowohl in der Klinik, als auch im ambulanten Bereich - zum Alltag. Dabei wird man jedoch bei einem Patienten häufig nicht nur mit einer, sondern mit mehreren Wunden konfrontiert. Zusätzlich hat man als medizinische Fachkraft nicht nur einen, sondern mehrere Patienten, deren Wunden im Laufe der Arbeitszeit gereinigt und versorgt werden sollen.

 

Merksatz: „Immer von rein zu unrein!“

 

Achten Sie bei Ihrer (Touren-) Planung und der Behandlung der unterschiedlichen Wunden auf die folgende Reihenfolge, um eine optimale Wundhygiene zu gewährleisten:

  1. Aseptische Wunden
  2. Kontaminierte und kolonisierte Wunden
  3. Infizierte Wunden
  4. Wunden mit multiresistenten Erregern (MRE) VRE, 3MRGN/4MRGN, sowie Keimen, die weiterführende Schutzmaßnahmen erfordern

 

Grundlegende Hygienemaßnahmen (inkl. Checkliste)

Das Arbeiten in Pflege und Medizin bedarf stets dem höchsten Anspruch an Hygiene und Sorgfalt. Durch den hohen Zeitdruck vergisst man im Alltagsstress dennoch schnell den ein oder anderen wichtigen Aspekt, weshalb wir hier für Sie eine kurze Checkliste bezüglich der wichtigsten Hygienemaßnahmen zur Durchführung eines Verbandwechsels zusammengestellt haben.

  • Tragen Sie keinen Schmuck an Händen und Unterarmen (auch nicht Ehering oder Armbanduhr)
  • Fingernägel kurz und sauber halten (kein Nagellack, keine künstlichen Fingernägel)
  • Lange Haare zusammenbinden oder hochstecken
  • Saubere Dienst-/Bereichs-/Arbeitskleidung, evtl. Schutzkleidung
  • Händedesinfektion
  • Hände waschen in 5 Schritten (ca. 30 Sekunden Zeit einplanen): nass machen, rundum einseifen, gründlich abspülen, sorgfältig abtrocknen

 

Was bedeutet „Steriles Vorgehen“ und warum ist dies so wichtig?

Nicht nur in Zeiten einer Pandemie gilt es stets Infektionen zu vermeiden. Bei der täglichen Arbeit – egal ob in Krankenhäusern, beim niedergelassenen Arzt oder in der Pflege – muss darauf geachtet werden, dass Infektionen von Patienten durch Keime und Bakterien verhindert werden. Diese „saubere“ und umsichtige Arbeitsweise erzielt man durch steriles Arbeiten. Dabei wird nicht nur die Kontamination der Umgebung vermieden – das Vorgehen dient zusätzlich auch dem Selbstschutz.

 

Wie gehe ich dabei vor bzw. was versteht man unter einer sterilen Arbeitsweise?

Eine sterile Arbeitsweise wird häufig auch als Non-Touch-Technik bezeichnet. Dies bedeutet: Arbeiten mit unsterilen Handschuhen, aber mit sterilen Instrumenten wie z.B. Pinzetten. Die Wunde wird dabei NIEMALS mit den bloßen Händen berührt.

Hinweis: Manchmal sind sterile Handschuhe sinnvoll. Dafür ist jedoch dann eine zweite Person erforderlich, die das steriale Material anreicht.

 

Der aseptische Verbandwechsel

Die aseptische Verbandwechsel beschreibt die Reinigung der Wunden von innen nach außen, um keine weiteren Keime in die Wunde zu „schieben“. Die Wundumgebung sollte dafür nicht getupft, sondern ebenfalls gewischt werden. Pro Wischvorgang ist eine neue, sterile Kompresse bzw. ein neuer Tuper zu verwenden. Zum Spülen von Wunden dürfen nur sterile Lösungen verwendet werden.

Wichtig: Hinsichtlich der Haltbarkeit und Anwendung der für die Spülungen verwendeten Lösungen müssen die Angaben des Herstellers beachtet werden. Beispiel: „Für den Einmal-Gebrauch“ à hier darf die Packung nach Öffnung nur für einen Patienten und eine Anwendung verwendet werden. Reste MÜSSEN entsorgt werden.

 

Wie oft muss man einen Verband wechseln?

Dies lässt sich so pauschal leider nicht beantworten, da das Verbandwechselintervall von Art und Größe der Wunde sowie dem eingesetzten Produkt/Wundverband abhängt.

Hinweise dazu finden Sie in der Gebrauchsanweisung der Wundverbände sowie in der Wunddokumentation und in den Anweisungen des behandelnden Arztes.

 

Der ambulante Verbandwechsel 

  1. Die richtige Vorbereitung
  • Mit dem Patienten gemeinsam eine gute Position finden: Eine Haltung, die für den Patienten angenehm ist, und in der der Verbandwechsel gut durchzuführen ist. Eventuell ist hier auch Schmerzmittel für den Patienten nötig.
  • Schutzkleidung anziehen
  • Verbandmaterial vorbereiten und auf einer Arbeitsfläche bereit legen.

 

Profi-Tipp: Steriles Material patientenfern, unsteriles Material patientennah!

  • 3 Paar Handschuhe bereitlegen
  • Hygienische Händedesinfektion (Nummer 1)
  • Paar Handschuhe anziehen (ggf. mit Hilfe, falls sterile Handschuhe nötig sind)

 

  1. Durchführung Verbandwechsel
  • Abnehmen des „alten“ Wundverbandes
  • Inspektion/Überprüfung des Wundverbandes z.B. hinsichtlich Exsudatmenge, Farbe, Geruch, ...)
  • Entsorgen des entfernten Verbandes und der Handschuhe (Paar 1)
  • Hygienische Händedesinfektion (Nummer 2)
  • Paar Handschuhe anziehen
  • Wundreinigung durchführen (Reihenfolge und sterile Arbeitsweise beachten)
  • Wundinspektion z.B. Farbe, Geruch, Granulation, umgebende Haut (z. B. auf Mazeration, Infektionszeichen, Biofilm etc.)
  • Paar Handschuhe entsorgen
  • Hygienische Händedesinfektion (Nummer 3)
  • Paar Handschuhe anziehen
  • Anlegen des neuen Verbandes (Gebrauchsanweisung des Verbandes beachten)
  • Paar Handschuhe entsorgen
  • Hygienische Händedesinfektion (Nummer 4)

 

  1. Die Nachbereitung eines Verbandwechsels
  • Patienten in eine angenehme, gewünschte Sitz- oder Liege-Position bringen (an dieser Stelle sind häufig auch Entspannungsübungen sinnvoll)
  • Reinigung der Arbeitsflächen
  • Entsorgung der gebrauchten Materialien (benutztes Instrumentarium wird unmittelbar nach Gebrauch unter Vermeidung von Kontamination des Umfeldes sicher entsorgt. Gebrauchte Instrumente, die nicht verworfen werden, zur Resterilisation geben. Müllsack verschließen.)
  • Hygienische Händedesinfektion (Nummer 5)
  • Wunddokumentation (eine entsprechende Vorlage können Sie hier herunterladen)

 

Sollten Sie noch Fragen haben, oder Unterstützung benötigen, kontaktieren Sie uns gerne kostenfrei und unverbindlich telefonisch unter 0800 78 66 200, oder per Mail an convatec.servicede@convatec.com

Tipps und Tricks bei der Versorgung infizierter Wunden | August 2021

Infizierte Wunden stellen den Behandler immer wieder vor besondere Herausforderungen und bedürfen einer speziellen Therapie. Dazu müssen infizierte Wunden und infektgefährdete Wunden erst einmal als solche erkannt werden. Infizierte Wunden erkennt man an den Infektionszeichen Rubor (Rötung), Calor (Überwärmung), Dolor (Schmerzen), Functio laesa (Bewegungseinschränkung) und Tumor (Schwellung). Zur Identifizierung infektgefährdeter Wunden eignet sich der Wound at Risk Score. 

Infizierte Wunde mit Biofilm

Dieses Assessment dient als Entscheidungshilfe für den Einsatz von Antiseptika. Nach Addition unterschiedlich gewichteter Gefährdungsursachen ist ab 3 Punkten die präventive Antiseptik indiziert. So sollten infizierte oder infektgefährdete Wunden gemäß Konsensus Wundantiseptik Update 2018 mit geeigneten, antiseptisch wirkenden Wundspüllösungen gereinigt werden. PHMB ist hier als Wirkstoff der ersten Wahl angegeben. Allerdings dürfen Wunden mit freiliegenden Strukturen, wie Sehnen oder Knochen nur mit PVP-I bzw. mit hypochloriger Säure und Wunden mit möglicher Exposition zum ZNS nur mit hypchloriger Säure gereinigt werden.

Neben der Wundreinigung spielt bei infizierten Wunden die Wundauflage eine große Rolle. Zu Beginn der Therapie ist ein häufiger, zum Teil täglicher Verbandwechsel angezeigt, deshalb sollte hier der Kostenfaktor mitbedacht werden.

Als Wundauflage sind hier vor allem silberhaltige Wundauflagen, DACC- beschichtete oder jodhaltige Wundauflagen im Einsatz. Für eher oberflächliche Wunden kann zu Beginn der Therapie zu Wunddistanzgitter, Alginat oder Hydrofaserverband mit Silber oder zu DACC-beschichteten Baumwoll- oder Acetatgewebe gegriffen werden. Die Wirkweise der Produkte ist sehr unterschiedlich. Die DACC-beschichteten Wundauflagen binden Bakterien und Pilze durch hydrophobe Wechselwirkung und diese werden bei der Verbandabnahme aus der Wunde entfernt. Silber dagegen greift in den Zellstoffwechsel der Mikroben ein und tötet sie dadurch ab.

Diese Wundauflagen stellen mit sterilen Kompressen oder Saugkompressen (abhängig von der Exsudatmenge) als Sekundärverband eine kostengünstige Variante dar. Gerade bei tiefen infizierten Wunden ist es jedoch wichtig, einen guten Kontakt zum Wundgrund herzustellen. Dies ist bei aufquellenden Wundfüllern wie Alginaten und Hydrofaser-Verbänden bzw. Wundfüllern mit der Hydrofiber® Technologie der Fall. Allerdings muss bei Wundfüllern immer beachtet werden, dass die Wundhöhle nur locker ausgefüllt wird, da die Produkte bei der Exsudataufnahme expandieren.

Was hilft gegen infizierte Wunden?

Wundauflagen mit der Hydrofiber®-Technologie, Silber und EDTA (Ethylendiamintetraacetat) sind außerdem auch bei Biofilmbildung sehr wirksam, da durch den Zusatz EDTA die extrazelluläre polymere Substanz (EPS), in der die Bakterien eingebettet sind, aufgebrochen wird und das Silber effektiv antibakteriell wirken kann. Gerade die Wundauflagen mit Hydrofiber® Technologie sind sehr einfach in der Anwendung, da sie nicht zugeschnitten werden müssen und wundrandüberlappend aufgelegt werden können. Zu einem späteren Zeitpunkt der Therapie können diese Produkte gut mit Schaumverbänden für ein längeres Verbandwechselintervall kombiniert werden.

Alle Maßnahmen, antiseptische Wundreinigung ebenso wie die Auswahl der antibakteriell wirkenden Wundauflagen sollte nach 14 Tagen evaluiert und ggf. angepasst werden. Nur dadurch kann die Therapie bei Wundinfektionen effektiv und kostensparend durchgeführt werden.


 

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Exsudatmanagement – ein Balanceakt zwischen Ebbe und Flut

Für die Wundheilung wesentlich, zu viel davon beeinträchtigt sie: Wundexsudat ist eines der wichtigsten Pfeiler im Wundmanagement. Was Wundexsudat ist, welche physiologischen Prozesse ablaufen und wie die Lebensqualität der Patienten dadurch beeinträchtigt wird, erklärt Frau Kerstin Protz im ersten Teil der spannenden Artikelserie „Exsudatmanagement – zwischen Ebbe und Flut“

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Video-Interview mit Dr. Jan Basche zur Erweiterung der Rechte für Pflegefachkräfte

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